News

Der Gemeinderat informiert

aus der öffentlichen Versammlung vom 9.11.2022

Nachdem Gemeindepräsidentin Marlis Hörler Böhi die dritte und letzte öffentliche Versammlung im laufenden Jahr eröffnet und die Anwesenden begrüsst hatte, erläuterte sie anhand diverser Tabellen den

Voranschlag 2023

Dieser wird im diesbezüglichen Edikt detailliert erklärt und gelangt am 27.11. zur Abstimmung. Der budgetierte Fehlbetrag von CHF 506'800 ergibt sich vor allem aus strukturell bedingten Ursachen und aus notwendigen Investitionen.

Die aus dem Finanzplan ersichtlichen Investitionen für die nächsten Jahre würden die Obergrenze des Nettoverschuldungs-Quotienten von 200% bei weitem übersteigen, weshalb der Gemeinderat sich demnächst mit den finanziellen Perspektiven auseinandersetzt und entsprechende Massnahmen planen wird. Eine Steuerfusserhöhung ist leider nicht auszuschliessen, wie die Gemeindepräsidentin erklärte.

Im Anschluss präsentierte Beat Bouquet, Präsident GPK, eine Übersicht der Finanzzahlen ab Rechnung 2000 und zeigte Zusammenhänge zwischen Teuerung, Finanzausgleich, einschneidenden Ereignissen der Weltpolitik und der Zinsentwicklung usw. auf.

Wasserversorgung

Christian Frehner informierte anhand von diversen Bildern über die laufenden Projekte im Bereich Wasserversorgung. Bei der Kirche wird, nach einem Leitungsbruch am 22. Juli, ein neues Teilstück der Wasserleitung in die Kantonsstrasse verlegt. Voraussichtlich Ende KW 47 dürften die diesjährigen Arbeiten abgeschlossen sein. Nächstes Jahr wird der holperige Belag abgefräst und neu asphaltiert.

Die 1. Etappe der Gesamterneuerung der Kantonsstrasse zwischen Spitz und Sportplatz liegt dank des guten Wetters im Zeitplan. Die Verlegung der neuen Wasserleitung zwischen der Liegenschaft Reifler und dem Parkplatz beim Sportplatz mittels «Berstlining»-Methode bzw. in offener Verlegung wird voraussichtlich in der KW 47 abgeschlossen. Das Trassee der alten Strasse wird über den Winter normal befahrbar sein. Die Asphaltierung dieses Streckenteils findet im Rahmen der 2. Etappe 2023 statt.

Die Gemeinden der Wasserkorporation Vorderland (WKVL) haben einstimmig beschlossen, Wald als Mitglied aufzunehmen. Somit kann das Projekt ‹Verbindung Wasserversorgung Wald mit Oberegg› konkret aufgegleist werden. Die Notwendigkeit dieses Projekts ergibt sich u.a. aus folgenden Gründen:

  • Weil im Zusammenhang mit der Klimaveränderung vermehrt mit langen Trockenperioden zu rechnen ist, was die Schüttmenge unserer Quellfassungen vermindert.
  • Weil es nicht akzeptabel ist, dass wie bisher bei Trockenperioden Wasser aus dem Letzibach in die Wasserversorgung Wald eingespeist wird (2022 hatten wir Glück, dass es jeweils rechtzeitig geregnet hat).
  • Weil durch die laufenden Bauprojekte (Allee) die Wohnbevölkerung bzw. die Anzahl Wasserverbraucher ansteigen wird.
  • Weil ein tagelanger Unterbruch der Wasserzufuhr und die damit verbundene Entleerung der Wasserleitungen nicht praktikabel ist und zu grossen, unkontrollierbaren Schäden führen würde.
  • Weil eine zuverlässige, dauerhafte Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser ein Grundrecht ist.

Die Umsetzung des Projekts ist wie folgt geplant:

  • Ein Kostenvorschlag für den Bau der neuen Verbindungsleitung Bensol – Zelg inkl. Steuerung und Ersatz eines Stücks alter Eternitleitung im Brettwald liegt vor: Rund ½ Million Franken. Ausstehend sind seitens der WKVL Angaben zur Einkaufssumme und zu den wiederkehrenden Kosten.
  • Im Laufe des ersten Halbjahres 2023 wird die Wäldler Stimmbevölkerung über den Beitritt zum Zweckverband WKVL befinden müssen. Diese Abstimmung ist obligatorisch und wird verbunden sein mit detaillierten Informationen.

Bei einer Zustimmung kann das Projekt weiterverfolgt werden, mit dem Ziel der Umsetzung im Frühjahr 2024.

Abwasser

Der Gemeinderat hat dem Vorhaben des Kantons Appenzell Innerrhoden zugestimmt, dass das Abwasser von ca. fünf Liegenschaften im Gebiet Bensol (Oberegg) via Kantonsgrenze und mittels einer neuen Leitung über Brettwald zum Pumpwerk Säge entsorgt wird. Die Kosten dieser Leitung trägt der Kanton AI, das Werk auf unserem Gemeindegebiet wird nach Fertigstellung gratis in unser Eigentum übergehen. Geplant ist, dass dieses Vorhaben gleichzeitig mit der Trinkwasserverbindung Zelg – Bensol durchgeführt wird, um Synergien zu nutzen und Kosten zu sparen.

Im Oktober wurden die Schmutzwasserkanäle in den Gebieten Untere Tanne, Bärloch, Falkenhorst, Nüret und Hofguet gespült und mit der Fernsehkamera untersucht. Der Bericht steht noch aus. Festgestellte Schäden werden nächstes Jahr repariert.

Über das Thema ‹Schlussabrechnung Auflösung AVTW›, das an der Versammlung vom ehemaligen Gemeindepräsidenten und Gemeinderat Jakob Egli angesprochen wurde, wird in dieser WANZE separat informiert.

Biodiversität

Voraussichtlich im Dezember wird auf der Wiese hinter dem Sportplatz ein Weiher, d.h. ein Biotop erstellt, und zwar als Ersatz für den verlandeten Feuerwehrweiher im Büel. Bauherrin/Besitzerin ist die Gemeinde; finanziert wird das Projekt durch die kantonale ‹Fachstelle Natur und Landschaft›. Um den zukünftigen Unterhalt besorgt ist die AG Biodiversität. Die Speisung des Weihers erfolgt durch Niederschläge; ein textiles Fangnetz verhindert von Frühling bis Herbst Fehlschüsse von Bällen ins Wasser.

Auf den Blumenwiesenflächen Friedhof, Schäfliwiese und Waldebni laufen die Experimente mit verschiedenen Schnittzeiten weiter.

Auf den beiden Rabatten beim Schulhaus haben sich alle gekauften Pflanzen sehr gut entwickelt, und Dutzende kürzlich gesteckte Blumenzwiebeln werden voraussichtlich in 4-5 Monaten ihre zarten Blüten öffnen.

Betreuung und Pflege Betagter in Wald

Enza Welz konnte über erfreuliche Belegungszahlen – 14 von 16 Betten sind nun besetzt – und eine Steigerung des BESA-Mix im Alters- und Pflegeheim Obergaden (APHO) berichten. Die personelle Situation im APHO ist stabil; alle Stellen sind besetzt.

Sie wies zudem darauf hin, dass momentan die Arbeiter der Baustelle im Spitz im APHO das Mittagessen einnehmen und somit vom vielfältigen Dienstleistungsangebot des Heims profitieren. Mittag- und Abendessen können an sieben Tagen pro Woche (Voranmeldung bis 9.00 Uhr) gebucht werden, auch der Wäscheservice darf und soll von der Bevölkerung genutzt werden. Im weiteren bietet das APHO Tagesaufenthalte für zu Betreuende an, um deren Angehörige zu entlasten. Der Mahlzeitendienst sucht nach wie vor Fahrerinnen und Fahrer, die am Mittag einen kurzen Einsatz leisten können, um den betreffenden Personen das Mittagessen nach Hause zu bringen. Eine weitere Dienstleistung des APHO ist die Unterstützung in der Pflege, z.B. die Nutzung des Pflegebades mittels Badewannenlift, oder (Mit-)Hilfe durch das fachkundige Pflegepersonal.

Am Thema Altersbetreuung in Wald wird in der Arbeitsgruppe ‹Weiterentwicklung APHO› weiterhin gearbeitet. Die an der öffentlichen Diskussion vom 12.9. erarbeiteten Entwicklungsvarianten usw. sind auf der Webseite der Gemeinde unter ‹Aktuelles› verfügbar.

Fuss- und Wanderwegnetz

Marlis Hörler Böhi informierte über die momentane Überarbeitung des seit 1989 bestehenden ‹Richtplan Fuss- und Wanderwege› durch eine Arbeitsgruppe. Es gilt, all jene kommunalen Fusswege zu bestimmen, die sinnvoll sind und genutzt werden, und solche aus dem Richtplan zu entlassen, die seit Jahrzehnten nicht mehr begangen werden. Für die Wanderwege ist der Kanton zuständig.

Voraussichtlich im 1. Quartal 2023 dürfte der Richtplan zur Vernehmlassung öffentlich aufgelegt werden. Danach muss dieser durch den Gemeinderat und den Regierungsrat genehmigt werden.

Varia

Beim Kirchturm zeigte der nahe Augenschein nach der Erstellung des Gerüsts einen grösseren Umfang der Schäden als zuvor angenommen. Die Gemeindepräsidentin konnte eine gute Nachricht verkünden: Am 21. November wird der Kirchturm von seiner Verhüllung befreit.

Mit dem Thema Windkraftanlagen auf unserem Gemeindegebiet hat sich der Gemeinderat bereits befasst, wartet aber ab, bis sich konkrete Handlungsperspektiven ergeben.